Europatag in Kassel - Podiumsdiskussion mit KHS-Beteiligung

Im Rahmen der Europawoche nahmen SchülerInnen des PoWi-Leistungskurses der Q4 von der König-Heinrich-Schule Fritzlar gemeinsam mit Dr. Schnellenpfeil an der List-Schule in Kassel an einer der zahlreichen Europa-Veranstaltungen der letzten Woche teil.

Als besonderer Gast hielt die hessische Landesministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich die Eingangsrede. Im Fokus standen Punkte wie die Entwicklung der noch jungen europäischen Union und die gemeinsamen Werte und Vorstellungen, sowie die besondere Leistung der insgesamt acht nordhessischen während der Veranstaltung vertretenen Europaschulen.

Um Thematiken, die derzeit politisch als auch gesellschaftlich polarisieren, aus unterschiedlichen Standpunkten europäischer Akteure beleuchten zu können, fand anschließend eine zweistündige Podiumsdiskussion statt. Neben einem Vertreter der Europäischen Union (Heußner) nahmen Repräsentanten von fünf Parteien teil: Lenders (FDP), Felstenhausen (LINKE), Werner (SPD), May (GRÜNE) und Utter (CDU). Sie stellten sich den von Schülern der Moderation vorbereiteten Fragen.

Besonders von der EU geförderte Programmatiken wie das „European Railway Ticket“ fanden auch  unter dem jungen Auditorium Anklang. Die Option, sich zunächst auf Erkundungstour durch europäische Nationen begeben zu können und so interkulturelle Erfahrungen machen zu können für kleines Geld, stieß auf breite Zustimmung. In diesem Zuge wurde auch dem Austauschprogramm „Erasmus“ besondere Aufmerksamkeit zuteil, welches, einstimmig von den Diskutanten begrüßt, deutlich gefördert werden müsse.

Doch es herrschte nicht nur Einstimmigkeit unter den verschiedenen Vertretern der Parteien: Das Thema „Brexit“ sorgte für ein hitziges Wortgefecht und offenbarte unterschiedliche Standpunkte. Auch der Umgang mit Flüchtlingen innerhalb Deutschlands und der EU stellte sich als Streitpunkt heraus. Scharf verurteilt wurden dabei jegliche (rechts-)radikale Handlungen und auch politische Entscheidungen von Regierungen europäischer Länder wurden auf den Prüfstand gestellt. Die angebliche Vorreiterposition Deutschlands und Europas in der Friedenspolitik, die zuvor stark herausgestellt worden war, wurde aus dem Publikum von engagierten SchülerInnen in Frage gestellt. So wurden Waffenlieferungen in kiegführende bzw. Bürgerkriegsländer hinterfragt, was besonders dem Vertreter der Linken ein Anliegen war.

Nach Ende der spannenden und vielseitigen Diskussion wurde die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Abschicken von Wünschen und Ansprüchen an Europa per Postkarten, befestigt an Luftballons, beendet. Schlussendlich war es eine äußerst interessante und informative Veranstaltung, die einige Teilnehmer zusätzlich politisiert und motiviert hat und so für mehr Verständnis und Klarheit über die Wertegemeinschaft der Europäischen Union gesorgt haben dürfte.

 

Lisa Mandutz

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